Wir gratulieren den Gewinnern -

22. bis 29. Juni auf der 12. Internationalen Olympiade in Moskau -
Bilder - Medaillenspiegel - Bericht - Berichte der Teilnehmer


Sarah-Jo Nichols und Juliane Schwerdtfeger

Christine Schubert
Medaillenspiegel
Eine B R O N Z E M E D A I L L E  erhielten:
1. Marie-Christin Kiehl aus Brandenburg
2. Natalia Knoll aus Nordrhein-Westfalen
3. Alexander Hinzer aus Berlin               und
4. Rodion Marynych aus Niedersachsen

Eine S I L B E R M E D A I L L E   erhielten:
1. Felia Glowalla aus Sachsen
2. Marleen Marquardt aus Brandenburg
3. Sarah-Jo Nichols aus Baden-Württemberg
4. Claudia Rummel aus Sachsen-Anhalt
5. Christine Schubert aus Baden-Württemberg  
6. Juliane Schwerdtfeger aus Baden-Württemberg

Eine
G O L D M E D A I L L E      erhielten:

1.  Marc Leonhardt aus Sachsen         und
2.  Daniela Scholz aus Brandenburg

Darüber hinaus wurde Marc Leonhardt für die beste mündliche Prüfung ausgezeichnet!



Das deutsche Team mit Klaus Dropmann, dem Oly-Beauftragten des DRLV (letzte Reihe rechts) und der DRLV-Vorsitzenden Dr. Helgard Lörcher (links von K. Dropmann, etw. verdeckt) in Moskau.


Die Olympiade auf der Seite der Deutschen Botschaft

Für seine Verdienste um die nationalen Schüler-Olympiaden der russischen Sprache wurde Klaus Dropmann, dem langjährigen Vorsitzenden des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, Vorstandsmitglied des DRLV und Leiter der Olympiakommission,  auf der Abschlussveranstaltung der 12. Olympiade der russischen Sprache des Staatlichen Puschkininstitutes am 29.06.2008 eine Auszeichnung der MAPRJAL, gestiftet von M.N. Vjatjutnev, dem Gründer und ersten Direktor des Puschkin-Institutes, verliehen.
Die Mitglieder des Vorstandes des DRLV freuen sich sehr und gratulieren ganz herzlich. Ganz besonders danke ich im Namen des Vorstandes Klaus Dropmann für seine erfolgreiche Arbeit in der Olympiakommission und in den verschiedenen Gremien der Sprachwettbewerbe, für die Organisation der Bundesolympiaden und der Teilnahme an den internationalen Olympiaden.
Im Namen des Vorstandes:
Dr. Helgard  Lörcher, 1. Vorsitzende des DRLV e.V.
Bericht von Klaus Dropmann
Liebe Kolleginnen und Kollegen des Bundesvorstandes,
liebe Landesvorsitzende,
liebe Mitglieder der Olympiakommission,
liebe Olympiadebeauftragte der Länder!

Zwar erschöpft, aber mit vielen Eindrücken und Gesprächen bin ich gestern mit den 12 Teilnehmern der Internationalen Russischolympiade in der vergangenen Woche am Puschkin-Institut in Moskau wieder zu Hause angekommen.
In vielen Gesprächen wurden die Leistungen unserer deutschen Olympioniken gelobt und mit anerkennenden Worten gewürdigt.
Zu den Aufgaben gehörten das Verfassen eines Aufsatzes zu einem vorgegebenen Thema bei 10 Themen zur Auswahl, eine mündliche Prüfung zum Textverständnis und eine mündliche Prüfung zum Thema "Land und Kultur".
Im Rahmenprogramm wurde den Olympioniken eine russischsprachige Stadtrundfahrt, der Besuch des Moskauer Kreml und der Tretjakow-Galerie sowie am letzten Abend der Besuch einer Vorstellung im Moskauer Staatszirkus geboten.
Anerkennung und viel Applaus bekam unsere deutsche Delegation für ihre Präsentation beim Abschlusskonzert aller teilnehmenden Nationen.
An der Olympiade haben etwa 300 Olympioniken aus 34 Nationen teilgenommen.
Ich danke unserer Bundesvorsitzenden Frau Dr. Lörcher für Ihre Anwesenheit in der 2. Hälfte der Olympiadewoche u.a. beim Empfang in der Deutschen Botschaft, bei der feierlichen Abschlussveranstaltung und dem Abschlusskonzert. Frau Dr. Lörcher wird allen teilnehmenden Schulen unserer Olympioniken ein Glückwunschschreiben des Deutschen Russischlehrerverbandes zusenden und auch den teilnehmenden Olympioniken ein offizielles Glückwunschschreiben mit dem Briefkopf des DRLV zukommen lassen.
Als Olympiadebeauftragter des DRLV gratuliere ich den Vorsitzenden und Olympiadebeauftragten der betreffenden Bundesländer sehr herzlich.
Nachdem ich im vergangenen Jahr im November mit der Puschkin-Medaille auf Veranlassung des damaligen russischen Präsidenten Putin ausgezeichnet wurde freue ich mich nun über eine Auszeichnung des Internationalen Russischlehrerverbandes MAPJRAL, dessen Diplom Sie im Anhang finden.
Ich wünsche Ihnen allen nun erholsame Sommerferien zum Kraft tanken und hoffe schon heute auf eine gute Zusammenarbeit für die nächste Bundesolympiade im Jahre 2009, die in Stuttgart stattfinden wird. Von dieser Stelle aus sage ich schon jetzt meinen herzlichen Dank dem Landesverband Baden-Württemberg mit seinem Vorsitzenden Daniel Krüger für die Bereitschaft der Durchführung unserer dann 11. Bundesolympiade.
Nähere Details werden Sie sicher bei der Bundesdelegiertenversammlung im nächsten Jahr erhalten.

Herzliche Grüße aus dem sonnigen Sauerland!

Ihr/Euer Klaus Dropmann

PS: Details über Punktevergabe o.ä. wurde uns leider nicht mitgeteilt. Ebenfalls hatten wir bei dieser Olympiade keine Möglichkeit, an Prüfungen als Gast teilzunehmen.

Tagesberichte der Teilnehmer
22.06.2008

1. Tag :    DIE ANREISE

Russland: unendliche Weiten – und wir wollten sie erkunden. Gegen 13 Uhr machten sich 12 junge Schüler und ein Lehrer auf den Weg zum Frankfurter Flughafen. Manche kamen mit dem Zug, andere flogen, aber alle hatten ein gemeinsames Ziel: Moskau!
Um 17:30 Uhr ging unser Flug mit der Lufthansa in die russische Hauptstadt. Wir saßen alle an unterschiedlichen Plätzen, umgeben von Italienern, Amerikanern, Australiern und natürlich einer Menge Russen.
Eine ganze Weile flogen wir, teilweise mit Turbulenzen, teilweise ohne und dann gab es schließlich Abendessen, über das wir uns besonders freuten, weil manche von uns es gar nicht erwartet hatten!
22:30 Uhr kamen wir schließlich in Moskau „Domodedevo“ an. Alle holten ihre Koffer vom Band, nur Rodeon ging leer aus: Seine Koffer würden erst am nächsten Tag um 12 Uhr ins Institut geschickt werden. „Geld rein, Geld raus!“ , und schon hatten wir ein paar Euros in Rubel eingetauscht.
Artjom, ein Student des Puschkininstituts, der uns noch die ganze Woche begleiten würde, begrüßte uns in der Eingangshalle, zusammen mit einem Mädchen, das wirklich wie eine Matroschka aussah! Zusammen fuhren wir in einem Minibus auf der Autobahn zum Puschkin-Institut, wobei wir merkten, dass es in Russland keine Gurte gibt und, dass man hier auch rechts überholen kann ...
Im Puschkin-Institut angekommen, bekamen wir auch gleich unsere Zimmer zugeteilt. Man wohnte zu zweit oder zu dritt in kleinen Fünferappartements mit eigenem Bad. In diesem machten wir auch gleich Erfahrung mit der russischen Kultur, denn als Felia sich im Bad einschloss, kam sie auch prompt nicht mehr mit eigener Kraft heraus: Der Türverschluss klemmte!!! Wir halfen ihr, indem wir den Plastiktürknauf zerstörten (unbeabsichtigt ... wir hatten einfach nur daran gezogen ! )
Gott sei Dank, konnte sie sich letztendlich noch selbst befreien, sodass wir jetzt ( 2:05 Uhr ) alle beruhigt schlafen gehen werden.

PS:    Die Österreicher kamen übrigens erst spät nach uns im Institut an.

23.06.2008

2. Tag:        DIE OLYMPIADE BEGINNT

Am richtigen ersten Olympiadetag gingen wir alle erst einmal frühstücken in der Kantine des Instituts. Man musste sich in Gruppen anstellen und landete letztendlich in einer riesigen Schlange, die sich langsam, langsam voran bewegte.
Was wir essen wollten, konnten wir wählen, jedoch war die Wahl am Anfang höchst gewöhnungsbedürftig: Es gab Kuchen mit Smetana, Kascha, Buchweizen, Brote und Marmelade und Tee, der aus ungefähr 50 % Flüssigkeit und 50% Zucker bestand. Es war nicht ganz so lecker, das geben wir reumütig zu, aber wir würden uns daran noch gewöhnen. Als wir dann vom Frühstück kamen, wurden wir auf den Gängen ständig angequatscht. Hier merkten wir, dass wir Europäer waren, denn an die offene und freundliche Art der Russen und Russisch-Stämmigen waren wir überhaupt nicht gewöhnt: Sie kamen zu uns und redeten und redeten, obwohl sie uns gar nicht kannten! Sie kamen aus Usbekistan, Aserbaidschan, Belarus, Moldavien und noch vielen anderen Ländern und waren gutmütig und vor Allem: sehr gastfreundlich!
Anschließend folgte eine Rundfahrt durch Moskau, auf der wir mit Irina Bekanntschaft machten: Sie war unser „Gied“ und berichtigte mit Worten wie aus unserem Russischbuch und einer ungeheuerlichen Kassettenstimme von ihrer Stadt und deren Sehenswürdigkeiten. Wir sahen die Universtität, den Kremel, den roten Platz und genossen den wunderschönen Blick auf Moskau von den Spatzenbergen.
Bei der Christus-Erlöser-Kirche hätten wir dann fast die Chinesen vergessen, als wir wieder in unseren Bus steigen und losfahren wollten. Gleich hier lernten wir: Langsam läuft in Moskau nichts und wer sich nicht beeilt, der bleibt zurück!
An Nachmittag trafen sich Potok 1 und Potok 2 dann in den großen Hörsälen des Instituts. Diese waren total überfüllt, man war total zusammen gequetscht und zu allem Überfluss verstand man auch nicht, was einem die russischen Lehrer ganz vorne überhaupt sagten. Kurz: Es herrschte ziemliches Chaos.
Dennoch konnten wir uns hinterher freuen, denn Felia und ich trafen auf eine junge Usbekin, die uns sofort in ihr Zimmer einlud. Sie war sehr freundlich zu uns und überstolz uns da zu haben, denn jedes Mal, wenn jemand reinkam, rief sie: U nas Nemzui!!!
Wir bekamen einen Kuchen, Amulette, Postkarten und noch viele andere Geschenke und unterhielten uns eine lange Weile auf Russisch, ehe wir wieder in unser eigenes Zimmer gingen.
Bei den anderen aus unserer Gruppe herrschte allgemeiner Frust, weil die Olympiade bisher ziemlich unorganisiert war und wir teilweise widersprüchliche Infos von Herrn Dropmann und der russischen Olympiadeleitung erhalten halten.
Um uns abzulenken, entschieden wir uns, in die Innenstadt zu fahren. Mit Bus und Metro fuhren wir zum Arbat, kauften dort ganz allein T-shirts und Bliny und fuhren abends erschöpft wieder heim.

Moskau: Dienstag, den 24.06.08

Am Dienstagnachmittag sollte es dann mit den Prüfungen beginnen, doch zuvor erwartete die Teilnehmer aus ca 36 Ländern (uns mit inbegriffen) ein Eröffnungsprogramm.
Mit einer Stärkung sollte der Tag beginnen, jedoch trafen wir am Dienstagmorgen auf eine kleine Enttäuschung.
Trotz des frühen Aufstehens (ca. 5:30 Uhr nach deutscher Zeit) waren keine Piroschki mehr übrig, als wir die Mensa zum Frühstück betraten, stattdessen überraschte uns ein ganz anderer Geruch. Kartoffelbrei, bzw Reis, je nach Wahl, mit Würstchen lagen bereit verspeist zu werden.
Für Leute mit empfindlichem Magen und Vorliebe für Marmeladenbrötchen gab es jedoch Weißbrot als Alternative.
Mit leicht mulmigem Gefühl im Magen für die, die sich an die Würstchen herangetraut hatten, traten wir danach vor das Puschkininstitut. Die Sonne schien, und es versprach ein schöner Tag zu werden.
Sobald sich alle versammelt hatten, einige Nationen sogar in ihren traditionellen Trachten oder Festkleidern, begrüßten uns einige wichtige Leute (u.a. der Direktor des Puschkininstituts, und indirekt Frau Putin durch einen Brief) und gratulierten uns schon ein mal für unseren Sieg in unserem Heimatland. Einige Länder übergaben sogar hier schon Geschenke an die Veranstalter der Olympiade.
Das Programm wurde, begleitet von einem Balalaikaensemble, mit einer zirkusreifen Tanzeinlage einer jungen Dame und ihren Tauben fortgesetzt. Im Anschluss darauf unterhielt uns wohl erfolgreich eine Volkstanztruppe, der es gelang den Großteil des Publikums zum tanzen zu animieren. Neben einer Polonaise gab es auch sogenannte Tanzspiele: z.B. Stuhltanz in russischer Variante, wobei Jungen aus dem Publikum ausgewählt wurden, ebenso unser Mark aus Deutschland, und nicht für einen Sitzplatz um die Stühle rannen, sondern schnell genug nach Löffeln greifen mussten.
Mit dem Aufsteigen der Luftballons in den Flaggenfarben Russlands wurde die Olympiade schließlich als eröffnet erklärt.
Nach ca einer Stunde Verschnaufspause, durften wir uns noch ein mal mit einer großen Auswahl an Mittagessen für den Nachmittag stärken.

Für die schriftliche Prüfung wurden viele Mannschaften aufgeteilt und gemischt auf Räume im Institut verteilt, wir Deutschen hatten das Glück zusammenbleiben zu können.
Das Herzklopfen ganz am Anfang bestätigte sich schließlich im Verlauf der Prüfung als eher unnötig. Uns wurde die Freiheit überlassen zwischen zehn verschiedenen Themen zu wählen und dort, je nach Niveaustufe eine bestimmte Mindestanzahl von Wörtern zu schreiben. Neben den Themen Sport, und was man in Russland noch alles sehen möchte, entschieden sich viele für das Thema Zukunft.
Trotz der am Anfang sehr laut erscheinenden Lampen im Klassenzimmer war die schriftliche Aufgabe sehr schnell erledigt, sogar Wörterbücher standen uns zur Verfügung.
Jedoch herrschte zuerst allgemeine Verwirrung bei uns Raum, da ein Georgier nichts von dem europäischen Referenzrahmen wusste, und sich irgendwo eingeordnet hatte. Außerdem hatten die anderen Teilnehmer aus Georgien bereits schon vorher über die Themen bescheid gewusst, und sich dementsprechend schon Vorschriften gemacht hatten, die sie nun in der Prüfung noch mal ins Reine übertrugen.

Nach dem der erste Teil nun vorbei war, gingen wir alle erleichtert zurück auf unsere Zimmer, wo wir beschlossen, uns mit weiteren Teilnehmern aus anderen Ländern bekannt zu machen.
Nach den ersten paar Schritten wieder hinaus auf den Gang auf der Suche nach Fremden, trafen wir bald auf eine Gruppe laut schnatternder Mädchen, die uns klar machte, dass sie uns gesucht hätten, und sich nun zu uns einladen würden.
Bepackt mit Geschenken und Leckereien stürmten die Aserbaijanerinnen unser Zimmer.
Überwältigt von ihrer Lebensenergie und angesteckt von ihrer guten Laune begannen auch wir munter, trotz Sprachmängel, uns mit ihnen auf russisch zu unterhalten.
Genauso schnell waren sie jedoch leider wieder verschwunden, aber hinterließen ihre Adressen und quirrlige, aufgedrehte Laune.
Das Abendessen bot als Höhepunkt zum Nachtisch Eis.
Danach durften wir jedoch feststellen, wie weit das Puschkininstitut eigentlich vom Moskauer Zentrum entfernt ist. Nach viertelstündigem Fußmarsch zur nächsten Haltestelle (Beljajewo) sind es noch ca 20 bis 25 Minuten mit der Metro und ca zweimal Umsteigen bis hinein zur Innenstadt. Jedoch bot sich dort in unserer Freizeit eine gigantische Fülle von Attraktionen, neben bunt flackernden Casinos, gibt es in Moskau auch viel Kulturelles zu besichtigen, allein die ganzen Zwiebelturmkirchen.
Aber auch die Geschmacksknospen erwartet ein wunderbares Angebot an verschiedenen Ständen und Läden, wo man unter anderem, wie im Teremok, Eierkuchen mit verschiedenen Belägen, wie Schokolade und Banane, oder Schinken und Käse vorfindet. Oder sich bei Kroschka Kartoschka den Magen mit leckeren Toasts oder Backkartoffeln mit Champignons füllt.
Dementsprechend müde, aber zufrieden konnten wir uns nach der Rückkehr in die Federn sinken lassen und uns auf den nächsten Tag vorbereiten.

Juliane Schwerdtfeger und Christine Schubert

Mittwoch, 25.06.2008
Es berichtet Felia Glowalla, Leisnitz (Sachsen)

Nach einer für die meisten kurzen Nacht, hieß es bereits gegen 6:45 Uhr aufstehen, sodass dann alle pünktlich 7:20 Uhr im Erdgeschoss waren, um gemeinsam zum Frühstück zu gehen. Das Frühstück war nicht die Sache für jedermann, es gab Wurst mit Kartoffelpüree oder Reis. Doch mit der Zeit gewöhnte man sich daran und es war für jeden was Essbares vorhanden, denn es gab auch Weißbrot und Grießbrei. Wir hatten nicht viel Zeit uns noch mal in unseren Zimmern aufzuhalten, denn bereits 8:20 Uhr machten wir uns schon auf den Weg zu der nächsten Prüfung, welche 8:30 begann. Für heute stand die erste mündliche Prüfung auf dem Programm, der wir mit gemischten Gefühlen entgegentraten. Alle Deutschen saßen zusammen in einem Raum. Zunächst mussten wir aus einer Vielzahl von verdeckten „Biljeti“ eines ziehen. Ich zog das Thema „bekannte Sportler“, andere zum Beispiel „Hauptstadt deines Landes, Sport, Fernsehen oder Schulsystem“. Jeder hatte 3 Aufgaben zu bewältigen: Die erste richtete sich nach dem obengenannten Thema, zu der sich jeder in unterschiedlichster Weise äußern musste. Im zweiten Teil bekam man dann ein Fragebogen, bei dem man entscheiden musste, welches der vorgegebenen Wörter in die Lücke passt, also sozusagen ein Grammatiktest. Die dritte Aufgabe bestand aus einem Lesetext, den man ebenfalls entsprechend der Niveaustufen ziehen musste. Zu diesem gab es dann Fragen, die man mit Hilfe des Textes beantworten sollte. Nach der Vorbereitungszeit wurde man dann aufgerufen und musste seine 3 Aufgaben den 2 Prüferinnen mündlich vortragen, auch das gesamte deutsche Team hörte zu. Gegen 12:00 Uhr waren dann auch alle fertig, sodass wir uns 12:50 Uhr zum Mittagessen trafen. Es gab eine reichliche Auswahl an „Essvariationen“ und war sehr lecker, sodass man satt wurde. Danach verschwanden wir kurz in unseren Zimmern und trafen uns wenige Zeit später am Eingang des Institutes. Für den heutigen Nachmittag war eine Exkursion durch den Kreml geplant. Wir fuhren dort mit dem Bus hin, doch ehe wir jedoch in den Kreml eintraten, gab es einige Problem mit der Organisation, wodurch lange, anstrengende Wartezeiten entstanden. Schließlich, als wir dann endlich durch die Sicherheitskontrolle gegangen sind, trafen wir uns mit einer Führerin, die uns durch den Kreml führte. Sie zeigte uns die wichtigsten Gebäude und Denkmäler und erzählte uns einiges wissenswertes dazu, was wir jedoch nicht alles verstanden. Nachdem die Führung beendet war, gingen wir zurück zum Bus um unsere Rücksäcke zu holen und das deutsche Team fuhr dann gemeinsam mit unserem Betreuer „Artjom“  mit der Metro zum Arbat. Dort trennten wir uns in kleinere Gruppen und liefen den Arbat entlang, um einige Souvenirs und Essen und Trinken zu kaufen. 21:00 Uhr trafen wir uns dann wieder und fuhren gemeinsam zum Puschkin Institut zurück. Wir trafen  uns dann 22:00 Uhr, denn am heutigen Abend wurde ja das Halbfinalspiel der EM zwischen Deutschland und der Türkei im Fernseher ausgestrahlt, wir haben sogar ZDF empfangen. Gemeinsam mit Teilnehmern anderer Nationen schauten wir das spannende Spiel in gemütlicher Runde. Nach einem erfolgreichen Sieg, hieß es dann für einig schlafen gehen, andere feierten jedoch noch bis spät in die Nacht…

Donnerstag, 26.06.08

Heute standen wir um 7 Uhr auf und hatten um 8.30 das Frühstück. Es gab wieder Würstchen und Omlett. Doch es gab zum Glück auch Grießbrei, weil ich Würstchen hasse! Selbstverständlich gab es auch schwarzen Tee mit Zucker. Sehr köstlich!
Um 9 fing der 2. Teil des 2. Prüfungsteiles an. Für die, die gestern Landeskunde hatten (zu denen gehörte auch ich), mussten heute die Russische Sprache bestehen und umgekehrt. Ich ging pünktlich zum Prüfungsraum, wo ich allerdings erfuhr, dass die deutsche Mannschaft erst um 11.30 geprüft wird. Also ging ich wieder in mein Zimmer und ruhte schaute mir das Vorbereitungsmaterial an. Um 11 Uhr ging ich wieder zum Prüfungsraum und wurde auch direkt rein gelassen, weil die Turkmenen schon fertig waren. Die Aufgabe bestand aus 2 Teilen. Der erste Teil war die Überprüfung der Grundfertigkeiten wie grammatische Regeln und Sprichwörter, die 2. Aufgabe bestand im Arbeiten mit dem Text.
Die Prüfungen gingen sehr locker voran, wobei der erste Prüfungsteil doch etwas knapp wurde von der Vorbereitungszeit her.
Nach den Prüfungen war ich etwas aufgedreht und erleichtert, dass ich zum Mittagessen abgeholt wurde, weil ich es sonst vergessen hätte. Aber zum Glück hatten wir einen sehr fürsorglichen Begleiter, der keinen im Stich lässt! Das Mittagessen war eigentlich nichts besonderes. Es gab wieder die Auswahl zwischen Fisch, Fleisch und Hühnchen und Salate und Früchte. Doch das Besondere: es gab Kirschen! Die gab es allerdings nicht nochmal... schade.
Nachdem wir gespeist haben, machten wir uns auf zur Generalprobe unseres Konzerts. Wir stellten eine Fußballmannschaft dar, die das deutsche Leben repräsentieren sollte. Wie haben uns gedacht, dass es bei den Zuschauern gut ankommt, wenn wir am Samstag auftreten werden. Doch die Probe was nicht ganz ohne. Die Musik musste richtig abgespielt werden und der Zuständige war nicht im Stande, es gescheit hinzukriegen. Also beschlossen wir, Artjom, unserem Begleiter, zu erklären, wie es sein sollte und ihn hochzuschicken, während wir auftreten. Die schöne Rolle des Übersetzers bekam ich, weil keiner sonst wollte. Ich hatte allerdings kein Problem mit, etwas Verantwortung zu übernehmen und auch etwas Kontakt zu unserem Begleiter aufzunehmen.
Fast direkt nach der Probe fuhren wir los zur deutschen Botschaft. Erst mit dem Bus, dann mit der Metro, dann umsonst eine halbe Stunde auf den Bus warten, der sowieso nicht fuhr, dann laufen, dann nochmels mit einem anderen Bus. Das nennt man Orgenisation auf Russisch!
In der Botschaft war es sehr schön, da alle auf deutsch sprachen. Die Sicherheitsvorkehrungen fand ich allerdings sehr übertrieben. Erst Passkontrolle, dann Sicherheitstür, dann Sicherheitsschleuse...
Auch im übrigen fand ich es recht langweilig, weil mich die angesprochenen Themen wenig interessiert haben.
Es wurde unter anderem die Rollenverteilung angesprochenen, aber auch die Ausbildungsmöglichkeiten zum Botschafter. Die Unterkunft und Berufstätigkeit des Partners eines Botschafters war aber interessant. Begleitet wurden wir von der Vorsitzenden des Russischlehrerverbandes und ihrem Mann, der als Fotograf tätig ist und im weiteren Verlauf viel Fotos machte.
Nach etwa einer Stunde Konversation mit einer Abgeordneten der kulturabteilung fuhren wir wieder zum Institut. Es lief etwas geregelter ab, als auf dem Hinweg. Wir fuhren mit dem Bus, dann mit der Metro, gingen kurz in ein Geschäft, holten unser Aberndbrot und gingen schließlich auf unsere Zimmer. Da Russland an diesem Abend spielte, mussten alle Teilnehmer der Olympiade um 9 Uhr auf ihren Zimmern sein und die Begleiter wurden dafür verantwortlich gemacht. Doch die Deutschen sind für ihre Pünktlichkeit bekannt und waren auch alle rechtzeitig da.
Am Abend ließ ich mir eine Russlandflagge aufmalen und schaute mit der gesammten Mannschaft da Spiel gegen Spanien an. Doch es war eine Schande, 3:0 zu verlieren, wo die Deutschen doch so sehr auf ein Finale mit Russland gehofft haben...
nach dieser Niederlage war es aber recht still auf den Flure, denn Spanien – Fans waren nicht vertreten und die Russen hatten nichts zu feiern. Also gingen alle recht früh ins Bett.
Natalia Knoll

Freitag, der 27.06.2008 (Text von Marc Leonhardt)
   
Der Freitagmorgen verlief eher unspektakulär: von 7.00 bis 7.30 Uhr war wieder das Frühstück angesetzt. Und wen sollte es wundern, es gab wieder Kascha, Gretschka, Ei und Tee. Aber man gewöhnt sich schließlich an alles und so schlimm war es ja gar nicht mal…
In den nachfolgenden Stunden stand der Wettbewerb „Junger Poet“ auf dem Plan. Pro Land konnten sich hier max. drei Schüler mit russischen Gedichten bzw. selbst geschriebenen lyrischen Texten verwirklichen. Von uns stellte sich nur Natalja der Herausforderung.
Die anderen Deutschen ließen den Morgen auf ganz unterschiedliche Weise vergehen:
Viele schliefen sich bis zum Mittag mal wieder richtig aus, denn die Nächte mit den anderen Nationen waren lang.
Ich ging an diesem Vormittag mit Sarah-Jo und einem Jungen der französischen Delegation auf den Moskauer Markt und wir frühstückten ausgiebig mit Tee und russischem Gebäck bei der Familie einer Studentin vom Institut. Tja, so offen und gastfreundlich sind halt die Russen, das sie sogar fast völlig fremde Personen zu sich einladen. Wirklich klasse!!!
Schließlich fanden wir Deutschen uns dann wieder zum Mittagessen gemeinsam ein um uns für die nächste Etappe des Tages zu stärken:
Den Nachmittag nämlich ging es in die Tretjakov Galerie. Im Bus begleiteten uns die chinesische und afghanische Delegation. Jedenfalls hatten wir schon auf der Reise viel Spaß: ob beim lustigen Foto-Machen oder beim fröhlichen Lieder singen; bei uns Deutschen kam nie Langeweile auf und mit unserem Humor steckten wir auch alle anderen Nationen an. Letztendlich kamen auf uns manchmal Schüler aus allen möglichen Ländern zu, um zu fragen, ob wir denn die lustigen Deutschen wären und sie uns einmal kennen lernen dürften.
In der Galerie selbst betrachteten wir (der eine mit staunendem, der andere mit müdem Blick), die berühmten Werke der russischen Maler. Es war schon beeindruckend, was man dort zu sehen bekam. Aber unsere Führerin hatte irgendwie das Faible dafür, sich nur die langweiligsten Porträtbilder herauszusuchen und so machten wir uns manchmal klammheimlich selbst auf die Suche nach den spannenden Werken.
Den Abend konnten wir selbst verbringen: einige kehrten zum Institut zurück, die anderen bummelten noch durch die Stadt. Ich, Marie und Sarah-Jo schlenderten noch auf dem Alten Arbat, aßen im russischen Restaurant, ließen uns von den zahlreichen Malern porträtieren und kauften noch einige Souvenirs. Danach ging es durch den Metrodschungel auch für uns wieder „nach Hause“; unsere Füße dankten es uns.
Den restlichen Abend und die Nacht verbrachten wir noch mit vielen anderen Nationen auf den Fluren, der Bar und einigen Zimmern.
Und spätestens jetzt wurde uns klar, dass sich diese wunderbare Olympiade langsam dem Ende zu neigt. Morgen sollte der letzte Tag werden und wir hatten alle schon Angst vor dem Abschied, der dann kommen würde…





Samstag, 28. Juni 2008:



Bis 8.30 Uhr gab es wie immer Frühstück. Und wie immer gab es Kascha, Kretschka oder Ei. Na ja...
Ab 10.00 Uhr war dann die Preisverleihung. Wie es in Russland typisch ist, gab es natürlich nur Gewinner. Das Schlechteste, was man gewinnen konnte, war eine Bronze-Medaille.
Unsere beiden Besten waren Marc und Daniela, die beiden haben es zur Gold-Medaille geschafft. Nur leider bekam das keiner der anderen Nationen mit, da die beiden einfach mal ausgelassen und vergessen wurden. Das ist wieder ein Beispiel für die typisch ungeplante Organisation in Russland.
Die, die nicht vergessen wurden, bekamen eine Tüte voller Geschenke: ein Teddy-Bär mit einem Olympiade-Shirt, der russisch singen kann (was er singt versteht man leider nicht), ein Olympiade-Shirt in Übergröße, einen riesigen Pfefferkuchen, eine Anstecknadel und natürlich eine Urkunde.
Zum Schluss wurden dann noch die absoluten Gewinner bekannt gegeben, die ein Stipendium für eine beliebige russische Universität bekamen. Diese Gewinner kamen ausschließlich aus Osteuropa und aus Asien, kurz gesagt: Die „Wessis“ hatten kaum eine Chance.
Nach dem Mittagessen ging es dann sofort mit der Abschlussveranstaltung weiter, bei der sich jede Nation mit einem kulturellen Beitrag vorgestellt hat.
Vorher wurden aber noch, so ganz nebenbei und ohne Entschuldigung, Daniela und Marc aufgerufen und ihnen wurde nachträglich die Urkunden und die Geschenke überreicht.
Wir Deutschen waren eine Fußballmannschaft, die typisch deutsche Personen und Eigenschaften dargestellt hat. Also war einer z.B. Goethe oder Bach, der andere war ein Bier oder Mercedes. Anders als in der Generalprobe hat alles super geklappt und wir wurden von fast jeder Nation gelobt und alle waren begeistert von unserem Beitrag.
Natürlich hat jede Nation etwas Tolles geboten und jede Mannschaft hat ihr Land auf ihre Art und Weise vorgestellt, egal ob mit Tanz und Gesang oder mit Sketchen. Alles war beeindruckend.
Nur leider wurde am Ende alles stressig, weil der nächste Termin schon wieder anstand: der Zirkus. Somit konnten wir die letzten Nationen nicht mehr sehen, sondern mussten zum Abendessen eilen und uns umziehen. Hier kommt dann wieder die russische Organisation zum Vorschein...
Aber der Stress hat sich gelohnt! Die Zirkusvorstellung kann man gar nicht mit Worten beschreiben. So etwas habe ich in meinem Leben noch nie gesehen! Die Vorstellung war spannend vom Anfang bis zum Ende und so beeindruckend, dass man Gänsehaut bekommen hat. Von einer Eisschau, über eine Wassershow bis hin zu 10 Artisten auf einem Seil ohne Netz und doppeltem Boden war einfach alles dabei. Es war schlichtweg ein gelungener Abschluss!



Sonntag, 29. Juni 2008

Um 8.00 Uhr gab es Frühstück. Wir mussten uns sehr beeilen, denn die nacht war kurz und um 9.00 Uhr fuhr der Bus zum Flughafen. Wir wurden liebevoll von weinenden Aserbaidschanern und Weißrussen verabschiedet. Die Österreicher blieben stark und verdrängten bei der letzten Umarmung ihren Frust.
Nach der Abschiedszeremonie ging es dann mit Bus zum Moskauer Flughafen, wo es mit dem Flieger 13.30 Uhr in Richtung Heimat ging.
14.25 Uhr deutscher Zeit kamen wir dann auch schon in Frankfurt/Main an.
Unglücklicher Weise mussten wir uns da dann auch voneinander verabschieden, wobei dann auch schon mal die ein oder andere Träne floss. Jeder reiste dann also individuell von Frankfurt weiter nach Hause.
Zu allem Unglück, dass diese Woche leider schon vorbei war, kam auch noch, dass Deutschland im EM-Finale ca. 23 Uhr an diesem Tag gegen Spanien 1:0 verlor.
Sicher ist aber, dass wir Olympioniken nicht verloren haben. Ganz im Gegenteil! Wir haben alle mit Sicherheit an Erfahrung gewonnen und das Wichtigste: Wir haben viele gute Freunde gewonnen und das ist mit Abstand das Schönste und Wichtigste an dieser Olympiade gewesen.

Marie-Christin Kiehl