Badenweiler im Tschechow-Jubiläumsjahr

Wie Sie alle aus den Ankündigungen der ersten Jahreshälfte wissen, hat sich die Gemeinde Badenweiler nicht nur in diesem Jahr, aber ganz besonders vorbildlich in diesem Jahr mit seiner Beziehung zu dem großen russischen Schriftsteller Anton Pawlowitsch Tschechow auseinandergesetzt und präsentiert. Natürlich kann es so ein gelungenes Gedenkjahr nur geben, wenn vor Ort der politische Wille und das Engagement vorhanden sind. Das ist in Badenweiler mit dem dortigen Bürgermeister Engler und dem kulturellen Hauptverantwortlichen Heinz Setzer glücklicherweise der Fall. Das ganze Programm mit all seinen künstlerischen und wissenschaftlichen Höhepunkten erstreckte sich praktisch über das ganze Jahr hin, wobei natürlich die Zeit um den genauen Todestag Tschechows am 15 Juli besonders mit Veranstaltungen gefüllt war. Bestandteil dieser Woche war auch die überregionale und internationale Jugendbegegnung vom 22. und 23 Juli 2004, die wegen der Teilnahme von Russischschülern, russischen Austauschgästen, Russischschulen und Russischlehrkräften für uns besonders von Belang ist.






Szenen aus Tschechows

"Chamäleon"

Theatergruppe des Hohenstaufen-Gymnasiums Göppingen Leiter: Walter Bader





Am Donnerstag und Freitag fanden im Rahmen eines deutsch-russischen Schultheaterfestivals mit dem Motto "Tschechow in Ost und West" Aufführungen der Teater-AG des Markgräfler-Gymnasiums Müllheim unter der Leitung von Frau Sabine Allgeier (22.7.2004) und einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Hohenstaufen-Gymnasiums Göppingen und des Physikalisch-Mathematischen Gymnasiums St. Petersburg unter der Leitung von Herrn Walter Bader statt, die das erschienene Publikum begeistern konnten. Geschickt hatte Walter Bader deutsche und russische Szenen aus Tschechows "Bär", "Heiratsantrag" und "Chamäleon" ineinander "hineininszeniert", um einerseits dem Anspruch wichtiger Szenen in der Originalsprache und andererseits den Zuschauern Rechnung zu tragen, die des Russischen nicht mächtig waren. So wurden Schlüsselszenen durch eine deutsche Spielsequenz vorbereitet und konnte von allen Zuhörern in der Fremdsprache genossen werden.




Dieter Läßle mit der Big-Band des Hohenstaufen-Gymnasiums Göppingen


Einen weiteren Schwerpunkt bildete das musikalische Programm des Abends. Die Big Band des Hohenstaufen-Gymnasiums unter der Leitung von Dieter Läßle wartete mit musikalischen Leckerbissen auf, die den russischen Komponisten Dimitrij Schostakowitsch von einer anderen Seite zeigten: Zur Aufführung kamen die Suiten Nr. 1 und 2 für Jazz-Orchester, die von den jungen Musikern beschwingt und "schmissig" geboten wurden und die den Humor des in der Sowjetunion gemaßregelten Künstlers zur Geltung brachten. Ein großes Lob der Meisterleistung von Band und Dirigent.




Teilnehmende Schülerinnen und Schüler beim Fototermin und beim Imbiss


An diesem Freitag fand auch die aus unseren Reihen geplante, aber ziemlich geschrumpfte Sternfahrt von Russischschülern aus dem Ländle zum Theaterfestival statt, wobei allerdings der Termin kurz vor Schuljahresschluss die Schuld war, dass viele Schulen kurz vorher absagen mussten. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler ließen es sich dennoch nicht verdrießen, und so kam es beim Abendimbiss und dem Theaterabend doch zu einer netten Begegnung von Schülern aus Freiburg, Heidelberg und Mannheim, die mit ihren Lehrkräften angereist waren. Nachmittags hatten alle Erschienenen die Gelegenheit, an einer Spurensuche mittels einer Tschechow-Viktorina teilzunehmen, deren Preisträger zu Beginn des Theaterabends ihre Preise in Empfang nehmen konnten.



Fazit: Nicht nur Baden Baden ist mit seinen russisch-deutsche Kulturbeziehungen immer mal eine (Schüler-)Reise wert, besonders wenn man es so malerisch mit schönem Sommerwetter wie dieses Jahr erleben darf. Dank Herrn Setzer und des kulturellen Engagements dieser Schwarzwaldstadt gibt es in Sachen Russisch immer wieder Neues zu entdecken.

(Gn)